Interview mit Johannes Schumacher, Finalist beim INNOspace Masters 2019

Im neuen Zeitalter der Weltraumerkundungen stehen Missionen zum Mond vor vielen Herausforderungen, zu denen auch Kommunikation gehört. Kommunikation von und zur Erde ist gegenwärtig nicht von allen Teilen des Mondes möglich.

Celestial belegte bei der OHB Challenge des INNOspace Masters 2018/19 den dritten Platz und plant die Installation einer kleinen Satelliten-Relay-Konstellation in der polaren Mondumlaufbahn. Diese Konstellation ist in der Lage, Daten von Mondmissionen zu Bodenstationen auf der Erde zu übertragen und weiterzuleiten.

Regine Heue (RH), Head of Marketing & Communications bei AZO, interviewt Johannes Schumacher (JS), Gründer & Managing Director von Celestial.

RH: Sie haben 2019 Ihr Projekt beim INNOspace Masters eingereicht. Was hat Sie zur Teilnahme an dem Wettbewerb bewogen?

JS: Die wichtigste Motivation war, innerhalb der Raumfahrtbranche an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Celestial verfolgt große, ambitionierte Ziele. Gerade weil wir ein Team Studierender sind, wird eher hinterfragt, ob wir in der Lage sind, Technologie für Raumfahrtanwendungen zu entwickeln und eine komplette Mondmission zu planen. Die Teilnahme am INNOspace Masters war deshalb eine hervorragende Gelegenheit, um unsere Idee zu validieren. OHB gehört zu den führenden Unternehmen für Raumfahrtmissionen. Deshalb war diese Challenge unsere erste Wahl, von der wir uns eine detaillierte Analyse der technischen und unternehmerischen Herangehensweise an unsere Idee erhofften. Natürlich wollten wir beim Wettbewerb ganz vorne mit dabei sein, denn das bedeutete für uns auch die Bestätigung, dass unsere Idee wirklich gut ist. Dass wir unter so kompetenten Mitbewerbern ausgezeichnet wurden, hat natürlich auch unser Engagement für das Projekt erheblich beflügelt. Wir wissen jetzt nicht nur, dass es sich um eine Idee handelt, die wir verfolgen möchten, sondern dass wir dafür auch eine Finanzierung erhalten können. Heute führen wir die vor uns liegende Arbeit mit noch höherem Engagement fort, unabhängig von den Herausforderungen, die es noch zu bewältigen gilt.

Eine weitere Motivation waren die Challenge-Preise beim INNOspace Masters. Für uns war die Aussicht auf Engineering Support sogar wichtiger als das Preisgeld, das leider ohnehin nicht für die gesamte Mission ausreicht. Abgesehen davon eröffnete die Teilnahme uns auch die unschätzbar wichtige Möglichkeit, unsere Idee im Rahmen der Preisverleihung Investoren vorstellen zu können.

RH: Inwiefern hat es Ihnen bei der Entwicklung Ihres Projekts geholfen, dass Sie die Challenge gewonnen haben, und welche Form der Unterstützung erhielten bzw. erhalten Sie von OHB?

JS: Bisher hat OHB das Preisgeld gezahlt. OHB hat teilweise auch Kosten für unsere Teilnahme an der Paris Air Show erstattet. Aber was noch viel wichtiger ist: Die Werbeaktion für die Gewinnerteams hat dazu geführt, dass wir von einem Unternehmen kontaktiert wurden, das zu unseren potenziellen Kunden gehört. OHB wird uns mit technischem Know-how bei der Entwicklung unseres nächsten Prototypen unterstützen. Außerdem haben wir Feedback zu unserem Projekt erhalten und sind somit in der Lage, Anfang 2020 unsere ersten Produkte zu vermarkten. Zu diesem Zeitpunkt werden wir auch unsere Firmengründung vollziehen.

RH: In welcher Entwicklungsphase befindet sich Ihr Projekt momentan?

JS: Während des Wettbewerbs konnten wir unseren ersten Prototypen entwickeln. Momentan entwickeln wir den zweiten Prototypen unseres Kommunikationssystems und innovative Antennendesigns. Wie erwähnt bildet dies die Grundlage für unseren Markteintritt 2020.

Wir haben auch entschieden, uns an IGLUNA 2020 zu beteiligen, einem Testprojekt für Weltraum-Habitate.

IGLUNA koordiniert internationale Projekte von Studierenden zum Bau eines Demonstrators für ein Weltraum-Habitat, das Leben unter extremen Bedingungen ermöglicht. Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen und mehreren europäischen Ländern entwickeln ihre Demonstratormodule und testen diese gemeinsam im Juli 2020 in der Schweiz.

In Kooperation mit der TU Berlin ist Celestial eines von 14 Teams, die zur Teilnahme ausgewählt wurden. Unsere Aufgabe ist es, ein Kommunikationssystem für ein Mond-Habitat zu entwickeln und zu testen. Das System wird spezielle Antennendesigns beinhalten, die mit Techniken der additiven Manufaktur (AM) hergestellt werden und die Gesamtleistung des Systems optimieren sollen. Wir wollen dieses System in das Testbett integrieren und auch einen Kommunikationslink zu den anderen Projekten bereitstellen. Nebenbei bemerkt: Unser Projekt ist das einzige Team mit der Aufgabe, eine Kommunikationsinfrastruktur auf dem Mond bereitzustellen.

Deshalb suchen wir momentan nach Industriepartnern und Sponsoren für dieses Projekt.

RH: Und last, but not least: Welche Empfehlungen würden Sie Personen mit auf den Weg geben, die sich für eine Teilnahme am INNOspace Masters interessieren?

JS: Einer der großen Vorteile für Teilnehmer am Innovationswettbewerb INNOspace Masters ist es, dass unterschiedliche Unternehmen und Organisationen unterschiedliche Challenges anbieten. Wer sich für die Teilnahme interessiert, sollte sich bemühen, seine Idee oder sein Konzept auf eine dieser Challenges zuzuschneiden. Außerdem sollte man sich vergewissern, dass der Challenge-Partner sich offenkundig für die vorgeschlagene Technologie oder den Anwendungsfall interessiert.

Wir empfehlen, sich dabei wirklich Mühe zu geben. Auch wenn es sich nur um ein Nebenprojekt handelt, muss man für alle Fragen gewappnet sein, die gegebenenfalls gestellt werden. In diesem Zusammenhang möchten wir alle Teilnehmer ermuntern, nach Feedback zu fragen – und zwar nicht nur einmal!

Und zu guter Letzt: Versucht es einfach. Gewinnen kann man nur, wenn man teilnimmt.

Johannes Schumacher
Johannes Schumacher

Celestial
Berlin, Germany

Diese Seite nutzt Cookies

Bitte akzeptieren Sie Cookies und Tracking auf dieser Seite für das beste Nutzungserlebnis.

Wenn Sie die Nutzung von Cookies auf dieser Seite ablehnen, werden wir diese Information in einem erforderlichen Cookie speichern. Sie haben dann möglicherweise nicht das beste Nutzungserlebnis auf dieser Seite.

Um Ihre Privatsphäre zu schützen, blockieren wir alle Cookies und Tracking-Skripte, bis Sie der Nutzung zustimmen.

Notwendige Cookies tragen zur Nutzbarkeit einer Seite bei und ermöglichen grundlegende Funktionen wie Navigation oder Zugriff auf gesicherte Bereiche. Darüber hinaus wird Ihre Zustimmung zu oder Ablehnung von weiteren Cookies und Tracking-Skripten in einem notwendigen Cookie gespeichert. Die Seite funktioniert ohne diese Cookies nicht.

Marketing-Cookies werden für Personalisierung und Tracking von Nutzern über Websites und Geräte hinweg verwendet. Diese Cookies helfen uns, relevanten Inhalt für den individuellen Nutzer anzuzeigen.

Marketing Services auf dieser Seite:

  • Mautic

Tracking-Cookies helfen uns dabei, das Verhalten der Besucher besser zu verstehen. Wir zeichnen Ihre Interaktionen über Seiten und Geräte hinweg auf, um das Nutzungserlebnis auf dieser Seite zuverbessern.

Tracking Services auf dieser Seite:

  • Mouseflow
Diese Seite nutzt Cookies

Bitte wählen Sie:

Laden...

Ablehnen?

Wenn Sie die Nutzung von Cookies auf dieser Seite ablehnen, werden wir diese Information in einem erforderlichen Cookie speichern und Ihren Wunsch akzeptieren.